MP3.com, Napster und nun auch noch die niederländische KaZaA werden durch Vertreter der Musikindustrie wegen Verletzung von "Urheberrechten" angeklagt.

Amerikanische Richter haben hart gegen Napster durchgegriffen. Was dazu führte, dass die Website zunächst völlig vom Netz genommen wurde. Nun kehrte Napster wieder zurück - in Form einer legalen Kaufbörse.
Trotz Verbots war es jedoch weiterhin möglich, Musik über das niederländische Internetunternehmen KaZaA auszutauschen. Amsterdamer Richter hatten einen früheren Richterbeschluss einstweilig aufgehoben. Die "digitale Bedrohung" der Musikindustrie ist noch nicht ausgestanden.

Rechtlich gesehen ist der Fall deshalb so interessant, weil hier das Wettbewerbsrecht im Widerspruch zum Urheberrecht steht.
Einerseits weiss man, dass solche Erfindungen wie so eine Internettauschbörse auch für die gesamte Entwicklung von Produkten wichtig ist:

wenn ein Erfinder etwas austüftelt, wird dadurch meist ein Grundstein für weitere neue Produkte gelegt. Die kostenlose Nutzung heißt natürlich erstmal scheinbar für die Wirtschaft nichts Gutes.
Und eben für die Urheber, denen doch die Einnahmen, die sie normalerweise durch den Verkauf ihrer CD'S in den Multimediamärkten erzielen, verloren gehen, weil sie dadurch natürlich weniger Käufer finden?

Die Frage ist aber, ob den Musikern überhaupt Geld verloren gehen kann, was sie "andernfalls" verdient hätten. Den Musikern ist nach Einschätzung von Experten mehr geholfen durch eine stärkere Konkurrenz innerhalb der Plattenindustrie als durch eine Verstärkung der Urheberrechte. Will heißen: sie bekommen eh nicht soviel vom Kuchen ab.

In der Musikindustrie sind nämlich vor allem die großen Unternehmen im Besitz aller Rechte von Musikstücken.
Nur die großen Künstler kriegen richtig viel Knete. Aber ehrlich: Eure Stars sind doch eher die jungen Künstler - und die sind meist ja die Kreativeren!

These: Warum sollte also auf Kosten der Verbraucher und der Kreativitätsförderung eine Industrie gefördert werden, die eh genug Schmott hat?

Hier scheiden sich also die Geister!

Durch die Urteile gegen Napster und kaZzA werden vor allem die Interessen der etablierten Musiker geschützt - die Interessen von Konkurrenten und Konsumenten werden garnicht berücksichtigt... dem Erfindergeist ist damit nicht gedient.

Wie stehst Du zu diesem Thema?
Informiere Dich dazu im Internet!

Quelle: http://www.legamedia.net/dy/articles/article_14640.php
"Opinion: Napster & KaZaA "
Urheberrecht & Wettbewerbsrecht, von Wilfred Dolfsma

 

Napster und Co.


» Die Geschichte von Napster

» Napster & KaZaA: Urheberrecht & Wettbewerbsrecht

» Tauschbörsen wie Napster oder Gnutella verletzen nicht das Urheberrecht

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